Warum es mit Magna Mater zu Ende, aber noch lange nicht vorbei ist

„Juhu, Isa ist zurück“ jubilierte meine Freundin bei unserem Telefonat nachdem wir uns eine ganze Weile schon nicht gehört hatten. Ich hatte sie kurz vorher angeschrieben, dass sie an mich denken solle, falls sie was von einem passenden Job höre. Was denn mit meinem Mama-Selbstverwirklichungs-Podcast-Dings sei, fragte sie. „Ich dachte schon, wir kriegen dich nie wieder“ antwortete sie, als ich berichtete, dass ich nicht mehr weiter machen will.

Aufgefallen, dass es im System alles andere als rund läuft, war mir schon vorher. Seit Frühsommer fluppte es nicht so richtig, mehr innerlich als äußerlich. Meine Stimmung sank schlagartig, sobald ich an berufliches dachte und ich bin ja lernfähig: das ist (zumindest bei mir) ein sicherer Indikator dafür, dass ich auf der falschen Spur fahre.

Und, was willst du mal werden, wenn du groß bist?

Als ich dann im Oktober endlich loslegen konnte, mein Buch zu schreiben, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: DAS wollte ich immer machen. Seit ich acht Jahre alt war. Mein erster Berufswunsch: Publizistin. „Und, was willst du mal werden, wenn du groß bist?“ „Ich will Bücher schreiben und fotografieren.“ „Toll! Da brauchst du aber einen Brotberuf. Das ist eine brotlose Kunst.“ Den Satz habe ich 22 Jahre lang gespeichert.

Mit 18 arbeitete ich freiwillig und unentgeltlich bei einer Fotoagentur. Nachdem ich mir freiwillig und kostenlos den Arsch aufgerissen und der Agentur durch den ein oder anderen Engpass geholfen hatte, war ich zum Abschlussgespräch bei der Inhaberin. Schüchtern zeigte ich ihr eine Auswahl an Bildern. Mit kurzem abfälligen Blick vernichtete sie meine Arbeit: „Das wird nix. Mit den selben Bildern bin ich in deinem Alter zum Fotografen gegangen.“ Sprach’s und ging nicht weiter drauf ein. Meinen Gedanken: aber du leitest doch jetzt eine Bildagentur behielt ich, nicht mutig genug, für mich.

Lehre oder Studium der Fotografie waren danach raus. Und auch meine Kamera habe ich weggelegt. Obwohl ich immer wusste, was ich machen will, habe ich mich auf die Suche nach meiner Leidenschaft, meiner Berufung begeben. Und dabei nicht geschaut, was vor meinen Füßen lag. Das konnte ich erst wieder sehen, als ich darüber stolperte. Mein Dank von ganzem Herzen gilt daher Sonia Gembus, die an mich geglaubt und für den Kösel-Verlag engagiert hatte, als ich gerade das Projekt Buchvertrag gedanklich ad acta gelegt hatte.

Mein letzter Blogeintrag liegt schon X Wochen zurück. Eine Weile konnte ich das so verargumentieren, dass ich mit dem Buch einfach gerade unfassbar viel zu tun habe. Das liegt aber mittlerweile im Lektorat, wird dann zur Fehlerkorrektur zu mir zurück kommen und schließlich im Herbst erscheinen. Facebook erinnert mich gerade täglich daran: 806 Personen haben schon einen Weile nichts von dir gehört.

Ich hänge den Mantel der Berufsmutter an den Nagel

Es wird also dringend Zeit, öffentlich zu kommunizieren, was ich bisher nur auf Nachfrage und im persönlichen Gespräch mitgeteilt habe: Mit Magna Mater ist ab sofort Schluss. Ich hänge meinen Mantel der Berufsmutter an den Nagel und präsentiere stolz: das kleine Schwarze darunter. Was ich bei Magna Mater gezeigt habe, war ein Teil meines Lebens. Aber nicht das große Ganze. Deswegen bekommt das Kind einen neuen Namen: Meinen. Die Fanpage wird umbenannt in ISABELFALCONER.Stories und sich ab sofort nicht mehr exklusiv um Mama-Kram drehen, sondern noch viel mehr von dem preisgeben, was in mir steckt. Die große Mutter, das wofür Magna Mater immer stand und steht, hat mir Starthilfe gegeben. Und ich bin mir sicher: zu gegebener Zeit kommt sie in neuer Form zurück (zum Beispiel im Herbst, wenn mein Buch erscheint). Für mich ist an dieser Stelle wichtig, einen Cut zu machen. Seit ich diese Entscheidung getroffen habe, ging es mir schlagartig besser. Ich konnte durchatmen. Mich wieder mehr auf Kinder und Familie einlassen. Habe mich neu in meinen Mann verliebt.

Das zeigt mir: die Entscheidung war genau richtig. Auch wenn mir von außen immer wieder die Frage gestellt wird: „Du hast da doch was tolles aufgebaut und viel Zeit und Energie in dein Projekt gesteckt. Das willst du jetzt einfach alles aufgeben?“ Klare Antwort: ja, das will ich! Und nein, ich habe nicht das Gefühl, etwas aufzugeben. Ich gehe den Weg einfach weiter voran. Magna Mater war wichtig, war der erste große Schritt, war die entsprechende Weiche, die gestellt wurde und mich auf mein jetziges Gleis geführt hat. Wo die Reise hingeht? Keine Ahnung (ich hab da natürlich so meine Ideen, Pläne und Visionen)! Für den Moment reicht der Weg und der ist schön. Auf den werde ich dich in der nächsten Zeit online wieder verstärkt mitnehmen, jetzt, wo ich mir selbst klarer bin und den Schritt gewagt habe, öffentlich etwas aufzugeben. Gescheitert fühle ich mich übrigens in keinster Weise.

Man sieht sich immer zwei Mal im Leben

Ob und in welcher Form ich weiterhin blogge, habe ich noch nicht abschließend entschieden. Jetzt geht es erst einmal darum, was ich für dich machen kann: Feine Fotos und tolle Texte nämlich. Bei ISABELFALCONER.Stories dreht sich alles um deine Begeisterung, deine Passion. Und um die Frage, wie ich diese für andere Menschen sichtbar machen kann. Einen ersten Eindruck kannst du dir auf meiner völlig unperfekten und noch in der Mache befindlichen Webseite verschaffen. Ausgewählte (also beliebte) Inhalte des Magna Mater Blogs bleiben bestehen, wiewowasundwann werde ich kommunizieren.

Jetzt freue ich mich erstmal über jede/n treue/n Follower, der/die meine Projekte weiterverfolgt – was ich an der Stelle schon verraten darf: es bleibt spannend! Und den Followern, die sich hier und jetzt verabschieden möchte ich von Herzen danken. Für’s mitlesen, kommentieren, für unzählige private Nachrichten, das Verbreiten meiner Beiträge in Social Media, kurz: für diesen großartigen Support.

In welche Richtung du auch gehst, ob du mitkommst oder dich an dieser Stelle verabschiedest: ich danke dir! Dafür, dass du da warst und das Ganze hier überhaupt erst möglich gemacht hast.

Von Herzen alles Liebe für und auf deinem Weg – denk dran: man sieht sich immer zwei Mal im Leben!

Isabel Falconer, Diplom Sprtiwssenschaftlerin, Trainerin und Coach für berufstätige Mütter, die Vereinbarkeit meistern wollen
 

 

p.S.: Komm niemals auf die Idee, mich Isa zu nennen!