Schlagwort: Mutterschaft

Zickenkrieg im Sandkasten: Mütter, lasst uns endlich zusammenhalten!

Lange bevor ich Mutter wurde, habe ich mich intensiv mit dem Thema Mutter sein beschäftigt. Ich hatte eine Mischung aus Faszination und Ekel für diese sonderbaren Geschöpfe namens Mama. Sie waren mir suspekt. Und weil sie mir suspekt waren, konnte ich sie nicht tolerieren. Ich rollte mit den Augen, wenn mal wieder eine Mutter mit ihrem Kinderwagen den ganzen Gehweg blockierte. War genervt, wenn ein Kind minutenlang seinen Trotzanfall in der Straßenbahn im besten Feierabendverkehr auslebte. Und wenn ich mit Freundinnen im Park saß und Mütter mit ihren Kindern beobachtete, so ließen wir kein gutes Haar an ihnen. Die Brut so verzogen. Das Outfit so schluderig. Und überhaupt: die geballte Inkompetenz in Person!  Weiterlesen

Als Mutter musst Du Dich ja nicht gleich gehen lassen!

„Nur weil man jetzt Mutter ist, muss man sich ja nicht direkt gehen lassen!“ Diesen Satz schlug mir meine Gesprächspartnerin während meiner zweiten Schwangerschaft um die Ohren. Sie adressierte damit gar nicht mich persönlich, sondern erzählte von ihren Beobachtungen im Bekanntenkreis, nach denen – kaum war ein Kind unterwegs oder auf der Erde gelandet – Mütter sich weder um ihr Aussehen, noch um Körperhygiene oder Förderung und Pflege des eigenen Intellekts mehr scherten. Oder anders gesagt: Um ihre Außenwirkung.

Weiterlesen

Deine Bedürfnisse – Deine Pflicht als Mama

Wird Dir manchmal alles zu viel mit Deinen Kindern? Wegen Kleinigkeiten fährst Du aus der Haut, würdest am liebsten schreien oder heulen und beneidest Robinson Crusoe um seine einsame, stille Insel und Freitag, seinen stummen Gesprächspartner? Einfach aus der Wohnung raus, frische Luft atmen und zwar so lange, wie DU willst – aber Du musst noch Abendbrot richten, Milchzähne putzen, Gute-Nacht-Geschichten vorlesen und Händchen halten, bis die Brut endlich selig schlummert.

Weiterlesen

Gewalt in der Geburtshilfe: Warum Rosen nicht reichen!

Erschöpfung und Überlastung von Müttern, Burnout und Depressionen, traumatische Geburt verarbeiten

Es wäre mir lieber, wenn ich diesen Beitrag nicht schreiben müsste, aber bis dahin dauert es wohl noch eine Weile. Am 25.11. ist internationaler Tag gegen Gewalt. In diesem Rahmen bekommt das Thema Gewalt gegen Frauen ein Forum. Denn Gewalt gegen Frauen (und ihre Kinder) findet auch in der Geburtshilfe statt. Weiterlesen

Mach mal Pause, oder: Prioritäten setzen als Mama und Unternehmerin!

In den letzten Wochen ist es ziemlich ruhig geworden auf Magna Mater. Nachdem ich zum Start ziemlich Gas gegeben hatte, um eine ganze Reihe von Beiträgen zu verfassen und zu veröffentlichen, meine ersten großartigen Kundinnen zu betreuen und die Blogparade zu promoten und zu pflegen, ließ dann vor circa sechs Wochen meine Kraft ziemlich nach. Wir hatten uns für unseren Urlaub versehentlich einen Kita-Infekt eingepackt, so dass es einen nach dem anderen flachlegte und die ganze Familie sich nach dem Urlaub erstmal auskurieren musste.

Danach haben wir mit dem Babymann seinen ersten Geburtstag gefeiert und jede Mama weiß: das ist eine sentimentale Zeit ;-). Eine Zeit in der ich mich gefragt habe, wie wahnsinnig ich eigentlich bin, bereits zum zweiten Mal im Babyjahr zu gründen. Und in der ich sehr dankbar war, dass unser Sohn überhaupt lebt. Denn er wäre mir fast in den Händen weggestorben. Ich erinnerte mich daran, als ich an seinem Krankenbettchen saß, sein Händchen hielt und uns beiden schwor, dass keine Arbeit der Welt (für mich) wichtiger sein kann, dass darüber das Wohl meiner Familie in den Hintergrund gerät. Hatten wir schon mal – brauchen wir nicht nochmal. 

Ich habe mich also online ein wenig zurück gezogen und meinen Fokus auf das operative Geschäft gelegt. Ich war auf Netzwerkveranstaltungen, etwa bei den Mompreneurs und einer sehr spannenden Vortragsreihe zum Thema Parents@work die mir einmal mehr klar machte, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland nach wie vor unzureichend ist. Und dass, solange Politik, Gesellschaft und Wirtschaft nur kleine Zugeständnisse machen, wir Eltern umso mehr für das Erkennen, das Kommunizieren und das Erfüllen unserer Bedürfnisse als Familien einstehen müssen.

Im Leben mit Kind(ern) sind die so wichtigen Ressourcen Zeit und Energie eingeschränkt. Beziehungsweise wird ein großer Teil dieser Ressourcen eben für die Kinder benötigt. Sodass sie an anderer Stelle fehlen. Als Frau und Mutter war mir meine eigene Mama stets ein großes Vorbild. Sie schrieb ihre Promotion als meine große Schwester klein war, die Habilitation in meiner Kleinkindzeit. Sie hat immer gearbeitet und stetig und konstant an ihrem beruflichen Erfolg gefeilt. Im Jahre meines Abiturs hat sie dann endlich ihren Ruf auf eine Professur an einer nordrhein-westfälischen Hochschule erhalten. Als emanzipierte junge Frau dachte ich schon damals: wie ungerecht – als Mann hätte sie den viel früher bekommen. Als junge Tochter hat sie mir auf der anderen Seite gefehlt, wenn sie unterwegs war auf Tagungen, für Vertretungsstellen oder stundenlang am Schreibtisch saß. Als Kind konnte ich das nicht verstehen. Heute als Mama und Frau weiß ich, was und warum sie es tat. Finanzielle Unabhängigkeit war ihr immer wichtig (meine Eltern sind nach wie vor verheiratet – seit über 30 Jahren). Und auch ihrem beruflichen Fortkommen galt ein großer Teil ihres Fokus. Sie hat mir immer gesagt, dass beides möglich sein muss und dass sie auf beiden Seiten auch Abstriche machen musste.

Oft schon habe ich mich gefragt, wie meine Eltern das damals eigentlich mit uns geschafft haben. Beide berufstätig, ohne frühkindliche Betreuung, ohne Familie in der Nähe zur Unterstützung. Und heute frage ich mich, warum Eltern (und insbesondere Mütter) so einen niedrigen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben. Aber das will ich an anderer Stelle diskutieren. Heute gehe ich der Frage nach, was Du als Einzelne/r tun kannst, damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingt. Und möchte Dich dazu einladen, in die Stille einzukehren. Denn hier findest Du deine Antworten. Und wenn Du Dir einen ruhigen Moment nimmst, so beantworte folgende Fragen. Lausche in Dich hinein und notiere Dir Deine Antworten.

1. Das Warum klären

Was ist Dir in Deinem Leben wichtig? Beruflich und in Deinem Familienleben? Warum tust Du, was Du tust, für wen tust Du es und was willst Du in Deinem Leben und mit Deinem Wirken erreichen? Was wünschst Du Dir für die Gesellschaft, für die Welt? Und wofür brennst Du?

2. Prioritäten setzen | Fokus finden

Nun stelle Dir einen ganz typischen Tag vor. Wie geht er los, wie geht er weiter und wie endet er? Mit welchen Aufgaben und Tätigkeiten bist Du beschäftigt – und welche halten Dich von Deinem eigentlichen großen Warum ab, was sind Deine größten Zeitfresser? (kleiner Tipp: Social Media zerstreut unsere Aufmerksamkeit 😉 ). Was ist diese EINE Sache, auf die Du in den nächsten acht Wochen (bis zum Jahresende) Deinen Fokus legen willst? Und wie kannst Du es möglich machen, jeden Tag einen Schritt voran zu kommen, Deinem Ziel ein bisschen näher zu kommen?

3. Netzwerken

Egal ob Arbeitnehmer, Solopreneur | Mompreneur | BusinessMom oder ambitionierte Familienmanagerin: ein stabiles Netzwerk ist das A und O. Du bekommst Input, Inspiration und Austausch von und mit Gleichgesinnten und (fast) egal, welches Problem Du hast: es ist mit ziemlicher Sicherheit jemand da, der Dir helfen kann, es mit Rat und/oder Tat zu lösen. In bundesdeutschen (Groß-)städten gibt es diverse berufliche Netzwerke, die sich auch und speziell an Frauen richten. Etwa die oben genannten Mompreneurs oder auch die Lean-In Circles Germany, bei der IHK und in Coworking-Spaces. Mit wenigen Klicks wird Google Dir auch in Deiner Nähe ein passendes Netzwerk vorschlagen. Und falls Du das passende nicht findest, nutze die Gelegenheit, Dein eigenes zu gründen. Oder Du fährst die abgespeckte Version und netzwerkst erstmal online.

Aber nicht nur als Working Mum ist so ein Netzwerk unerlässlich, sondern überhaupt im Leben mit Kindern. Andere Eltern aus Kindergarten und Schule, vom Spielplatz und aus der Nachbarschaft oder den diversen Kursen, die so auf dem Markt sind, kämpfen mit ähnlichen Herausforderungen wie Du. Komm raus aus Deiner kuscheligen Komfortzone, vernetze Dich mit Eltern und findet gemeinsam Lösungen, wie Ihr Euch gegenseitig helfen könnt. Etwa indem einer einkaufen geht und der andere die Kinder betreut oder ihr gemeinsam Mahlzeiten einnehmt.

4. Dranbleiben

Ja, das Leben ist manchmal unbequem. Das musste ich in den vergangenen Wochen auch immer mal wieder feststellen. Ehrlich: mit Kindern ist immer irgendwas. Erst brauchen sie ganz viel Nähe, dann bekommen sie Zähne, oder Infekte oder Albträume oder Wachstumsschmerzen. Und schmeißen einen zu absolut unchristlichen Zeiten aus dem Bett. Erinnere Dich daran, dass auch kleine Schritte Dich zum Ziel führen. Mach Dir eine realistische Planung und reduziere Deine ToDo-Liste auf die wichtigen, dringlichen Dinge. Es ist niemandem geholfen, wenn Du Dich so sehr überforderst, dass Du alles hinschmeißen willst. Konzentriere Dich stattdessen darauf, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Stets Dein großes Ziel vor Augen (siehe Schritt 1)!

5. Gütig mit Dir sein

Kennst Du das: Du hast ein super-leckeres Essen gekocht, was Mann und Kinder loben und Du antwortest nur: „nicht der Rede wert – die Soße kommt aus der Tüte“. Du bekommst ein Kompliment für Deine Handtasche: „Ja, die war total günstig im super Sonderangebot“. Oder Du erntest anerkennendes Staunen, wie Du Kinder und Karriere so toll managest und sagst: „Ach, das läuft ja alles noch gar nicht so, wie ich mir das vorstelle, die Website ist noch lange nicht so, wie ich sie mir wünsche und überhaupt…“ (jepp – kenn ich natürlich auch)

Vielleicht magst Du mit mir eine neue Gewohnheit etablieren: täglich, wöchentlich oder monatlich Deine Erfolge zu feiern. Vielleicht hast Du Dich besonders gut um Deinen Haushalt gekümmert. Richtig schöne Zeit mit Deinen Kindern verbracht – ohne Schimpf und Streit. Oder Du hast beruflich ein tolles Projekt vorangebracht. Führe Dir vor Augen, was Du geschafft hast. Und erinnere Dich an Punkt 4: Babysteps. Unterm Scheffel kann man Dein Licht so schlecht sehen!

Ich habe für diesen Prozess ganze 6 Wochen gebraucht. Und weiß, dass er immer mal wieder durchlaufen werden muss. Um zu prüfen, ob man noch auf der richtigen Spur ist. Aus meiner Einkehr in Stille sind folgende Erkenntnisse erwachsen:
Ich habe zu viel für das Business und für die Familie getan, sodass meine Bedürfnisse etwas zu kurz gekommen sind. Daher habe ich mich zum Tanzen angemeldet und meine Arbeitszeit reduziert. Damit einher geht die Fokussierung auf eine Sache: das angekündigte Buch „Mama im Einklang“ wird nun ein Online-Kurs. Wenn ich mich mit der Technik angefreundet habe und alles glatt läuft, wird er noch in diesem Jahr gelauncht. Wenn Du mir in der Vorbereitung helfen magst, kannst Du hier an meiner Umfrage teilnehmen. Und mit ein bisschen Glück eine von drei glücklichen Gewinnerinnen sein, die am Kurs teilnehmen können.

Zum Schluss interessiert mich vor allem: was ist Dir in Deinem Leben besonders wichtig und wo setzt Du aktuell Deine Prioritäten? Ich bin gespannt auf Deine Antwort in den Kommentaren und freue mich, von Dir zu lesen!
Bis dahin meine Herzensgrüße,
Isabel Falconer
p.S.:

Um Neuigkeiten als Erste zu erfahren und auf dem Laufenden zu bleiben, kannst Du Dich hier für meinen Newsletter eintragen. Natürlich ohne nervige Spam-mails!

Mama ausgebrannt? Da ist Licht am Ende des Tunnels!

Mit diesem Beitrag schließe ich die Blogparade „Mama ausgebrannt – Wege aus der Krise“ ab und bedanke mich bei sage und schreibe 27 mutigen und ehrlichen Frauen, die offen über eigene Erfahrungen erzählt und Betroffenen neue Wege aufgezeigt haben. Ich danke auch den Lesern und Followern auf Facebook – die letzten sechs Wochen standen ganz im Zeichen dieser Blogparade und ich weiß, die Schwere des Themas war nicht immer leicht zu ertragen. Auch für mich – denn ich wurde noch einmal konfrontiert mit meiner eigenen Geschichte.

Weiterlesen

Am Muttersein wachsen. Gastbeitrag von Britt Bürgel

Heute schreibt Britt Bürgel, meine hochgeschätzte Kollegin aus Köln. Sie arbeitet als Psychologin und Coach für Frauen und ist außerdem Dozentin für Hebammen und Fachleute in der Eltern-Kind-Arbeit. Ich freue mich daher riesig, dass sie nicht nur aus dem großen Erfahrungsschatz ihrer Arbeit berichtet, sondern auch ein bisschen aus dem privaten Nähkästchen als Mama erzählt. Besonders am Herzen liegt mir ihr Appell über den Umgang von Müttern miteinander. Aber lest selbst!

Weiterlesen

Erinnerung. Gastbeitrag zur Blogparade von Ulrike Schrimpf

Der heutige Artikel ist ein Gastbeitrag zur Blogparade Mama ausgebrannt – Wege aus der Krise. Ich freue mich sehr, dass Ulrike Schrimpf ihre Erinnerung mit uns teilt. In 2013 hat sie ihr Buch „Wie kann ich Dich halten, wenn ich selbst zerbreche? Meine postpartale Depression und der Weg zurück ins Leben“ (1) veröffentlicht und damit einen wesentlichen Beitrag geleistet, das Thema ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Heute hat sie ihre Depression überwunden und nimmt uns mit auf eine Rückschau. Sie arbeitet mittlerweile als Kinder- und Jugendbuchautorin.

Weiterlesen

Dein Mutterkörper als Politikum

Im ersten Teil dieses Artikels habe ich wahrlich genug gemotzt, denn das breite Angebot in Werbung, Medien, Industrie spiegelt andererseits ja auch die große Nachfrage danach wider. Die Mitarbeiter in Krankenkassen und Kliniken machen auch nur ihren Job. Und die anderen Leute sind vielleicht ungeschickt, aber meinen es letztlich doch meistens gut mit uns. Du weißt vielleicht bereits, dass ich überzeugt davon bin: Veränderung im Großen beginnt (und endet) mit Veränderung im Kleinen. „Als Einzelner kann ich ja doch nichts bewirken?“, denkst Du vielleicht. Doch, eine ganze Menge!

Weiterlesen