Stress lass nach – die Atemübung

Im ersten Teil des Artikel habe ich eine einfach wie effektive Atemübung angekündigt. So wenig technikaffin wie ich bin, habe ich sie direkt noch einmal selbst angewendet, um die Audiodatei zu erstellen. Das war nämlich doch ganz schön aufregend für mich. Umso mehr freue ich mich, dass es geklappt hat und ich Dir heute diese kleine Atemübung mitgeben darf. Nicht perfekt aber dafür von Herzen für Dich!

Individuelle Maßnahmen zur Vorbeugung und Reduktion von Stress sind heutzutage unverzichtbar. In unserem Alltag sind wir permanent Reizen ausgesetzt, was eine Ausschüttung von Stresshormonen zur Folge hat. Das kann etwas sein, das von uns als angenehm empfunden wird. Verliebtsein, Feste feiern, Achterbahn fahren. Oder auch, was wir als unangenehm empfinden. Wut, Verkehrslärm, das Verhalten anderer Menschen. Die körperliche Reaktion bleibt die gleiche. Das macht deutlich, dass der Anspruch, permanent im Gleichgewicht zu sein, gar nicht erfüllt werden kann. Vielmehr geht es darum, möglichst schnell wieder in die Balance zu kommen und im Affekt Herrin der eigenen Reaktionen zu bleiben. Flexibel wie ein Schilfrohr im Wind.

Stress ist eine natürliche Reaktion auf Reize. Das Herz pumpt schneller Blut durch die Adern, die Muskulatur geht in eine gespannte Habachtstellung, Verdauungsvorgänge werden eingestellt und der Energieverbrauch steigt. Alle Aufmerksamkeit richtet sich auf die potentielle Gefahr, wir sind hochalarmiert. Durch die komplexen physiologischen Vorgänge im Körper ist unser Denkvermögen beeinträchtigt. Dieses hoch effektive System hilft uns, dem Säbelzahntiger zu entkommen oder ihn wahlweise zu erlegen. Es meldet uns aber auch, wenn wir die überfüllte Innenstadt verlassen, den Job wechseln oder einfach mal eine kurze Pause im Alltag einlegen sollten. Das Fatale daran: anders als der Säbelzahntiger sind die modernen Gefahren längst nicht so unmittelbar und offensichtlich, sodass wir häufig unsere Stimmungen und Befindlichkeiten gar nicht mehr einordnen können. Wir fahren aus der Haut, ohne so ganz genau zu wissen, warum.

Unser Stressmeldesystem hat jedoch einen ebenso starken Counterpart, der bei der Down-Regulierung unseres Stresspegels hilft und unseren Körper wieder in seinen ausgeglichenen Normalzustand versetzt. Diese zwei wichtigen Hauptakteure unseres Nervensystems sind der Sympathikus und der Parasympathikus. Durch eine gezielte Atmung können wir unseren Parasympathikus aktivieren, der dann dämpfende Informationen über das Nervensystem an unseren Körper sendet.

Wie versprochen hier also die Atemtechnik, die Du jederzeit und überall im Alltag üben kannst – egal wieviel Yoga Du machst. Wenn Du sie regelmäßig in Ruhe praktizierst, kannst Du sie schnell und effektiv auch in Stresssituationen anwenden, um Dich zu beruhigen. Sie ist so einfach wie effektiv, das beweist ihre Jahrtausende alte Tradition, die aus Fernost mittlerweile auch in unsere westliche Welt Einzug gefunden hat. Ich wünsche Dir gute Entspannung mit dieser Übung und freue mich natürlich, in den Kommentaren von Dir zu lesen, wie es Dir gefallen hat.

 

Alles Liebe,

Isabel