Stress lass nach

Im Alltag als Mutter finden sich zahlreiche Gelegenheiten für Stress. Je höher unser grundlegender Stresspegel ist, desto schneller geraten wir aus dem Gleichgewicht und unser Stress potenziert sich. Ich habe daher gerne Petra Strassers Einladung zur Blogparade auf kleinwirdgross.de angenommen. Sie sammelt Strategien, um im Alltag mit Kind wieder mehr Zufriedenheit und innere Ruhe zu verspüren.

In diesem Beitrag geht es daher um von uns als negativ empfundenen Stress, den sogenannten Distress. Im Gegensatz dazu kann Stress natürlich auch positiv empfunden werden und uns als Antrieb dienen, die Rede ist dann von Eustress.

Informations- und Reizüberflutung

Mein bester Trick für hektische und stressige Situationen im Alltag mit Kind lautet: Entschleunigung. Ich übe schon eine ganze Weile mehrfach täglich, mein Weg bis zur Meisterschaft ist jedoch noch weit. Entschleunigung hilft dabei, Stressoren zu erkennen, sie zu eliminieren und im akuten Stresszustand gelassen zu agieren. Entschleunigung wirkt einfach aber effektiv, sowohl in der akuten Situation als auch nachhaltig positiv auf das emotionale und körperliche Wohlbefinden.

Entschleunigung brauchen wir, weil das hohe Tempo unseres Lebens uns schnell in die Mühlen von Stress und Hektik geraten lässt. Aus denen finden wir oft nur schwerlich wieder heraus. Informations- und Reizüberflutung und die digitale Kommunikation treiben uns an und lassen unser Leben immer schneller werden. Wir verlieren den Blick fürs Wesentliche und unsere Handlungssouveränität. Nach Konflikten mit unseren Mitmenschen fühlen sich alle Beteiligten mies und es braucht erheblichen Energieaufwand um den angerichteten Schaden zu beseitigen. Stress schlägt sich in verschiedenen Symptomen auch körperlich nieder, das weiß auch der Volksmund: wir bekommen Plaque, ein Magengeschwür oder ärgern uns die Krätze an den Hals.

Stress ist eine körperliche Reaktion auf Reize unterschiedlichster Art. Unser Gehirn veranlasst die Ausschüttung von Neurotransmittern (u.a. Adrenalin), die den Körper in Alarmbereitschaft bringen. Herzfrequenz und Blutdruck steigen, die Atmung verflacht. Das ist hilfreich, wenn wir einem Säbelzahntiger gegenüberstehen, und in Sekundenbruchteilen über Kampf oder Flucht entscheiden müssen. Das ist nicht hilfreich, wenn  sich der Nachwuchs die Zähne putzen soll. Reize, die Stress auslösen und Reaktionen bzw. Symptome von Stress sind bei jedem Menschen individuell ausgeprägt. Unter großem Stress reagieren wir in der akuten Situation meist unangemessen und fügen uns selbst oder anderen Schaden durch unser Verhalten zu. Beispiele für die körperlichen Auswirkungen von Stress finden sich wieder in der Umgangssprache: es stockt der Atem, man ist rasend vor Wut, verliert den Verstand, es platzt einem der Kragen. Langfristig hat ein hohes Stress-Level vielseitig schwächende Auswirkungen auf unsere körperliche, seelische und geistige Gesundheit.

Ruhig Blut, Mama!

Das Prinzip der Entschleunigung holt uns aus unserer Stressmühle heraus, öffnet unseren Blick fürs Wesentliche und gibt uns wieder Boden unter den Füßen. Wir kommen in Kontakt mit unserem Körper, unserem Verstand und unserem Herzen. Es ist damit eine wesentliche Stellschraube für unsere tägliche Gesundheitsfürsorge. Wer es häufig und regelmäßig praktiziert, kann einerseits Stressoren eliminieren und andererseits in der akuten Stress-Situation gelassen agieren.

Der Schlüssel zum Schloss der Tür zu Entschleunigung und Gelassenheit, heißt (Überraschung, Überraschung): tief durchatmen und dadurch einen Gang runter schalten! Eine gezielte Atmung sorgt für eine bessere Durchblutung und Lüftung von Herz und Lunge, einen verlangsamten Herzschlag und eine höhere Sauerstoffzufuhr zum Gehirn. Wir kommen also runter von unserem Stressfilm und können wieder besonnen reagieren. Die Gelassenheits-Atmung ist Ersthelfer und langfristige Therapie zugleich. Wir können sie im Alltag ganz einfach üben: schon wenige Atemzüge im hektischen Alltag wirken wie ein kleiner Mini-Urlaub an der Bushaltestelle, im Stau oder in der Supermarktschlange. Je öfter wir uns im Alltag durch bewusstes Atmen entschleunigen, desto schneller greifen wir auf diese Lösungsstrategie in der akuten Stress-Situation zurück. Die eigene Entschleunigung wirkt sich unmittelbar und langfristig auch auf unsere Kinder und ihren Umgang mit Stress aus. Einerseits lernen sie durch Nachahmung unseres Modells und andererseits nehmen sie unsere Stimmung auf. Indem wir uns entschleunigen, um gelassen auch in Turbulenzen zu bleiben, strahlt unsere Ruhe auch auf sie aus.

Eine einfache und effektive Atemübung lernst Du in meinem nächsten Beitrag kennen. Bis dahin wünsche ich Dir und mir ruhig Blut und alles Liebe!

Herzlichst,

Isabel