Gastbeitrag: „Die Familie war völlig überfordert“

Ein weiterer Gastbeitrag zur Blogparade „Mama ausgebrannt – Wege aus der Krise“ von Stephanie Borowski. Sie erzählt, wie ein Jobwechsel ihr geholfen hat, den Dauerstress loszuwerden und ihr Bauchgefühl zum wichtigen Ratgeber bei Herausforderungen geworden ist.

August 2013,  die Magenschmerzen sind nicht mehr zu ignorieren, wie ein Messer reißt es in meinem Magen und nichts hilft. Keine Schmerztablette, keine Entspannungsübung, kein Schlaf. Nichts hilft.  Das muss aufhören und zwar sofort!

Der Weg zum Arzt ist unumgänglich.

Mein Hausarzt fand keine Ursache, zog mich für einige Wochen aus dem Verkehr um dem ganzen auf den Grund zu gehen, fand aber nichts. Dann bat ich als Krankenschwester ausdrücklich um eine Magenspiegelung, denn ich hatte einen bösen Verdacht.  Dieser sollte sich nicht bewahrheiten, zum Glück!

Der Spezialist, der die Spiegelung durchführte, konnte ebenfalls nichts finden und vermutete einen Reizmagen, der sich durch hohen Stress bemerkbar macht. Na toll, in der ambulanten Pflege unter Dauerstress stehend mit Reizmagen. Nicht zufrieden stellend, aber dennoch ein Anfang. Tja und nun?

Da saß ich  nun mit meiner Diagnose „Reizmagen“ und ging wieder zur Arbeit. Die Schmerzsymptome wiederholten sich, so dass sich mein Hausarzt ernsthaft Sorgen machte. Er fragte mich wie wir weiter machen wollen, er redete mir gut zu und sagte der Stress der Arbeit tut mir nicht gut, er würde mir helfen etwas zu ändern. Ich war motiviert genug, um dem ganzen Stress ein wirklich ernsthaftes Ende zu setzen und besprach mit ihm, dass ich eine Psychotherapie wirklich dringend nötig habe und ich diesen Job wohl oder übel los werden muss, um dem Stress zu entgehen.

Ich spielte mit dem Gedanken zu kündigen, doch das nahm mir mein ehemaliger Chef ab, durch die vielen Krankheitstage, war ich nicht mehr tragbar.

Eine Welt bricht zusammen.

Völlig paralysiert stand ich in meinem Wohnzimmer und starrte auf die Kündigung. In mir erhob sich eine Wut, die in Tränen aus mir heraus platzte. Der einst geliebte Job wird einem genommen, von jetzt auf gleich. JA, ich habe ihn geliebt, dachte ich… Ich war sauer, wütend und schwor mir keinen Fuß mehr in diese Firma zu setzen.

Da ich mit der Situation nicht um gehen konnte, sich einige weitere Symptome wie dauerhafte Müdigkeit, zurück ziehen von Familie und Freunden, viel weinen, Rückenschmerzen hinzu kamen und ich immer dachte „Oh Gott, mein armes Kind muss das alles mit ansehen“, musste ich dringend den Schritt in die Psychotherapie tun.

Dort angekommen bekam ich die Diagnose „depressive Anpassungsstörung mit somatischer Ausprägung“. Für mich in kurz „Burnout“!

Die nicht ganz erfolgreiche Therapie

Im August 2013 ging ich dann regelmäßig zur Psychotherapie. Es war mal stressig, mal entspannt. Was der Rest der Welt davon hielt, war mir egal. Ich war müde, hatte immer wieder Rücken- und Magenschmerzen, mochte mein Kind nicht mehr versorgen, war mit dem Haushalt überfordert und das alles ohne Rückhalt. Die Familie war völlig überfordert, wie konnte es ihr nicht gut gehen, sie hatte doch alles. Haus, Kind, Mann, Garten und einen Job was will sie noch mehr. Tja das war nicht ICH.

ICH wollte Unterstützung, die ich nicht bekam, ICH wollte anerkannt sein und auch mal ein Lob bekommen, auch das blieb Privat wie im Job aus. ICH wollte, dass jemand hinter mir steht und mir gut zu reden, das hielt sich leider in Grenzen. Durch zwei unabhängige Psychotherapeuten gesagt bekommen, das man seinen Job  nicht mehr ausführen darf, ist so krass und unbeschreiblich. Man fällt in ein Loch und bleibt dort sitzen, allein und einsam, keiner kann helfen und alle sind überfordert. Im ersten Moment denkt man prima, dann mache ich eine Therapie und alles ist wieder gut. Pustekuchen. Innerhalb der Therapie, stellte ich fest, das der Job nicht meiner war. Ich liebte die dankbaren Kunden, mehr nicht, denn die gaben mir ja das Lob, was ich so dringend fürs Überleben brauchte. Die Psychotherapeutin wollte dann in meiner Vergangenheit wühlen, die aber für mich kein Thema war, schließlich ging es hier um MICH und nicht um irgendwelche Familiengeschichten. Also brach ich die Therapie ab, denn ich hatte ja anderes im Kopf.

Der Neuanfang

Es sollte ein Neuanfang geben, beschloss ich noch in der Therapie, ich suchte etwas was mich weiterhin mit Menschen arbeiten ließ und einen Teil meiner Grundausbildung aufgriff. Perfekt – Wellnessmassagen. Kunden und Gesundheitsprävention. Ich therapierte mich ein Stück weit selbst, löste mich von Menschen, die mir nicht gut taten, lernte Menschen kennen, die mich unterstützten und förderten, arbeitete mit SternenEnergie®, um das zu erreichen was mein Ziel war.

Im Dezember 2013 startete ich dann nach nicht ganz erfolgreicher Therapie, aber, super motiviert, schmerzfrei und mit neuem Mut und Selbstbewusstsein in meine Selbständigkeit als mobile Wellnessmassagetherapeutin und da bin ich bereits seit 3 Jahren erfolgreich.

Es öffnen sich immer weitere Türen, so dass ich nun ein Fernstudium, Fitness-und Wellness Coach, neben der Arbeit mache um mein Angebot für Gesundheitsprävention noch auszubauen. Ich bereue keinen meiner Schritte und bin meinem Körper sehr dankbar das er mir gezeigt hat, wenn auch etwas heftig, was mir nicht mehr gut tut.

Ich bin meinem ausgeprägten Bauchgefühl auf die Schliche gekommen, so dass ich nun  mehr auf meinen Bauch hören, wenn eine Herausforderung ansteht. Das klappt prima.

Gesund, glücklich, einfach ich…

Danke fürs Lesen.

Alles Liebe für euch,
Steffi

13978218_1761139864155785_1385473666_oStephanie Borowski arbeitet als mobile Massagetherapeutin für Privatpersonen und Firmenkunden in Neumünster. Sie hilft damit, die Seele baumeln zu lassen, zur Ruhe zu kommen und Krankheiten vorzubeugen.