Kurze Nächte, müde Mama – 5 Praxistipps

Natürlich kennst Du es: die Nacht mit dem Baby war (mal wieder) kurz und von häufigen Unterbrechungen durchzogen. Frühmorgens ist Dein Liebling quietschfidel – ganz im Gegensatz zu Dir. Den ersten Kaffee trinkst Du fast in einem Zug aus. Den Rest des Tages läufst Du herum wie ein Mombie, ein Mama-Zombie. Tiefe Augenringe zeichnen Dein Gesicht und von Deiner Laune brauche ich hier gar nicht anfangen. Denn die ist unterirdisch und jeder, der Dir begegnet, sollte besser schnell aus Schusslinie gehen.

Nicht umsonst ist erzwungener Schlafentzug eine praktikable Foltermethode. Und wer dauerhaft wenig und/oder schlecht schläft, riskiert ernsthafte Schäden an seiner Gesundheit. Reizbarkeit, Gedächtnis wie ein Sieb und der Verlust des klaren Denkens sind da noch die harmloseren Auswirkungen. Die Erkenntnis, dass Schlafentzug sich auf die Funktion des Gehirns auswirkt, wird übrigens in der Behandlung von Depressionen zur Regulierung des Neurotransmitter-Haushaltes gezielt genutzt.

Als Mama bleibt Dir nicht viel anders übrig, als Dich Deinem Schicksal zu fügen. Immerhin ist da ein kleines Wesen, das Dich braucht und von Dir abhängig ist – egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Wirklich? Musst Du Dich wirklich in Dein Schicksal fügen oder gibt es vielleicht doch Stellschrauben, anhand derer Du Euer aller Nachtschlaf beeinflussen kannst?

Dein Baby funktioniert nicht nach Rezept

Die gute Nachricht: Ja die gibt es! Die „schlechte“ Nachricht: Dein Baby ist keine Maschine (Du übrigens auch nicht) und funktioniert nicht nach Handbuch. Es ist also hilfreich, wenn Du Dir jetzt Deine Detektiv-Mütze aufsetzt und auf die Suche nach der Ursache für den schlechten Baby-Schlaf gehst.

1. Dein Baby ist nicht müde

So banal es klingt – wer kann schon schlafen, wenn er nicht müde ist!? So geht es natürlich auch Deinem Baby. Wer tagsüber Stunden geratzt hat, ist abends natürlich munter. Beobachte daher mal über ein paar Tage den Schlafrhythmus Deines Babys, ohne ihn zu beeinflussen. Manche Menschenkinder kommen mit wenig Schlaf aus, andere brauchen hingegen viel. Diese innere Uhr kannst Du Dir zu nutze machen. Notiere Dir die Schlafzeiten mit Zeitpunkt und Dauer, damit Du den gesamt Schlafbedarf innerhalb 24 ermitteln kannst. Achte auch auf die Signale, die Dein Baby sendet, wenn es müde wird. Reibt es sich die Augen, wird es quengelig oder bekommt es einen leeren Blick? Anhand dieser Anzeichen und Erkenntnisse kannst Du eine klare Schlafroutine etablieren.

2. Dein Baby will eine klare Routine

Babys lieben klare Routinen! Das ist verständlich, wenn Du Dir noch einmal vor Augen führst, dass für Dein Mäuschen alles neu und alles unbekannt ist. Indem Du für einen geregelten Tagesablauf sorgst und Routinen für Euch schaffst, hilfst Du Deinem Baby, hier auf dieser Welt und jetzt in diesem Leben anzukommen. Es kann sich besser darauf einstellen, was als nächstes kommt. Übrigens: Dein Baby kommt oft gar nicht so schnell hinterher. Berücksichtige in Deine Routinen daher genügend Zeit, sodass Ihr nicht in Stress geratet – Hektik und Schnelligkeit mögen Babys nämlich überhaupt nicht. Wusstest Du, dass Dein Baby schon eine ganze Menge versteht? Das kannst Du Dir zu nutze machen, indem Du mit Deinem Baby sprichst und Deine Handlungen kommentierst. Wenn Du langsam und mit Bedacht Deine nächsten Schritte ankündigst, weiß es, woran es bei Dir ist.

3. Dein Baby kommuniziert nicht klar, was es braucht

Nicht nur versteht Dein Baby, was Du ihm sagst (übrigens bereits in der Schwangerschaft, aber das verdient einen eigenen Artikel), es kann Dir auch schon erstaunlich differenziert mitteilen, was es braucht. Mache es Dir bewusst, dass Dein Baby ein hochsensibles Wesen ist, das auf Interaktion mit seiner Umwelt angewiesen ist. Indem Du aufmerksam und feinfühlig wirst, lernst Du, seine Botschaften zu verstehen. Auch hier hilft die Entschleunigung und Verlangsamung, Deine Intuition zu verfeinern und seine Signale frühzeitig zu entschlüsseln. So kannst Du seine Botschaften, die es Dir durch seine Körperbewegungen, seine Mimik, seine Laute vermittelt, besser verstehen und angemessen beantworten.

4. Ihr habt Euch ungünstige Angewohnheiten erarbeitet

Ich bin mir sicher: Du willst das Beste für Dein Baby und hast Dich daher bereits umfassend informiert, was denn nun „das Beste“ ist. In zahlreichen Ratgebern, auf Mamablogs und in den verschiedenen Foren im Netz oder auf Facebook entbrennen regelmäßig Grabenkämpfe darüber, was das Beste für Babys ist und engagierte Mamas versuchen, die Welt zu retten. Was für andere passt, muss aber für Euch nicht stimmig sein. Stündliche Stillpausen haben meist einen anderen Grund als Hunger. Vielleicht muss es Pipi? Oder verarbeitet noch den Tag? In unserer modernen und schnellen Welt kommen Babys oft nicht mit der Reizverarbeitung hinterher. Im akuten Moment verhalten sie sich ruhig, nur um abends oder nachts im heimischen Nest die Anspannung und Reizüberflutung des Tages heraus zu schreien. Das verknüpfst Du als Mama natürlich nicht mehr mit dem Rettungswagen, der Stunden vorher an Euch vorbei gebraust ist und Deinem Baby einen gehörigen Schreck eingejagt hat. Nächtliche Spaziergänge über den Flur im Tragetuch (oder auf dem Arm) mögen das Problem zwar kurzfristig lösen, aber nicht nachhaltig. Und außerdem zehren sie an Euren Kräften als Eltern. Vielleicht mag Dein Baby lieber im eigenen Bett mit genügend Platz für sich schlafen? Oder umgekehrt: es braucht mehr Sicherheit, als ihm das eigene Bett bieten kann und möchte lieber im vertrauten Elternbett schlafen?

5. Dein Baby fühlt sich nicht sicher

Babys haben ein hohes Sicherheitsbedürfnis. Das ist auch nur allzu verständlich, denn ohne eine erwachsene Bezugsperson sind sie aufgeschmissen. Sie sind rund um die Uhr auf Pflege und Fürsorge angewiesen, um ihre primären Bedürfnisse zu stillen. Ohne einen Erwachsenen können sie weder Nahrung aufnehmen, noch für ein sauberes Nestchen sorgen und sich auch nicht (oder kaum, je nach Alter) fortbewegen. Geschweige denn den Säbelzahntiger verjagen (denn sie wissen noch nicht, dass die Säbelzahntiger bereits ausgestorben sind). Grundsätzlich möchte sich jedes Baby sicher und geborgen fühlen. Und dann gibt es Babys, die noch mehr Sicherheit und Geborgenheit brauchen, als üblich. Diese haben vielleicht eine schwere Geburt hinter sich bringen müssen. Ein Baby kann eine Geburt übrigens auch als schwer empfinden, wenn wir Erwachsenen diese als nicht sonderlich dramatisch einschätzen. Sorge dafür, dass Dein Baby sich sicher fühlt, indem Du Euren Alltag langsam und übersichtlich gestaltest. Indem Du regelmäßig für Ruhepausen sorgst. Indem Du Reize reduzierst. Indem Du klare Routinen schaffst und Deinem Baby ankündigst, was als nächstes kommt. Indem Du Sicherheit in Deinem Tun ausstrahlst. Und indem Du für Hilfe und Unterstützung, für Dein eigenes Wohlbefinden und das Auftanken Deiner Kraftreserven sorgst.

Du hast das Gefühl, mit Deinem Baby stimmt etwas nicht? Suche Dir professionellen Rat. Und vor allem: lass Dich nicht von Fachleuten abwiegeln, die sagen: es hat nichts. Wenn Dein Baby viel weint oder schlecht schläft, dann hat es was. Auch wenn das nicht offensichtlich ist und auch keine körperliche Ursache haben muss. Vertraue Deinem Bauchgefühl, denn als Mama bist Du die Expertin für Dein Kind. Wenn Du Zweifel an Dir hast oder Dein Bauchgefühl nicht mehr wahrnehmen kannst, kannst Du hier Deinen kostenfreien Termin vereinbaren – ich helfe Euch gerne. Zeitnah, effektiv und nachhaltig (Abendtermine bitte individuell unter if(at)magna-mater.de absprechen)! Damit ihr Eure Zeit zusammen unbeschwert genießen könnt. Und davon ein Leben lang als Mama und Kind profitiert!

Dir und Deinem Baby wünsche ich von Herzen alles Gute und eine wunderbare, zauberhafte Zeit zusammen! Alles Liebe,

Isabel Falconer

 

 

 

Du als Mama könntest auch mal wieder ein bisschen Entspannung vertragen? Trage Dich hier unten ein und ich schicke Dir drei wundervolle Meditationen für Tiefenentspannung und mehr Gelassenheit im Alltag per Mail!


Bildquelle: Virvoreanu Laurentiu | pixabay

 

1 Kommentare

  1. Pingback: Kurze Nächte, müde Mama – 5 Praxistipps | Bestbloggers.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*